Gerechtigkeit für Hans Roth

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Re: Gerechtigkeit für Hans Roth

Beitrag von Nadja Thelen-Khoder » 08.08.2010, 04:47

Sehr geehrte Damen und Herren!

Heute fand ich ein Schreiben in meinem Briefkasten, den ich Ihnen hiermit wörtlich wiedergebe:

„Hessischer Landtag
Postfach 3240
65022 Wiesbaden

KANZLEI
Bereich Petitionen
Aktenzeichen: 263/18
03.08.2010

Abgeschlossene Petition 263/18
Ihre Email vom 22.07.2010-08-08
Petition Nr. 00263/18

Zur Bearbeitung Ihrer Petition werden die erforderlichen Angaben in einer elektronischen Datenverarbeitungsanlage gespeichert.

Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder,

ich bestätige Ihnen zunächst den Erhalt Ihrer Emails vom 22.07. und 03.08.2010, mit denen Sie sich über die Beschlussfassung zu Ihrer Eingabe für Herrn Hans Roth durch den Hessischen Landtag beschweren [siehe Anmerkung 1 im Anschluß an die Wiedergabe dieses Briefes]. Das Votum des Hessischen Landtages und eine kurze Begründung hatte Ihnen das Hessische Kultusministerium nach ausführlicher Erörterung im Petitionsausschuss aufgrund des getroffenen Beschlusses gegeben. Das Hessische Kultusministerium ist in der Petitionsangelegenheit von Herrn Roth federführend, so dass Sie von dort über die Sach- und Rechtlage unterrichtet wurden [siehe Anmerkung 2 a.a.O.]. Gleichwohl wurden weitere Stellungnahmen aus verschiedenen Ressorts der Hessischen Landesregierung für das Petitionsverfahren eingeholt [siehe Anmerkung 3 a.a.O.].
Dass Sie sich einen anderen Ausgang des Petitionsverfahrens erhofft hatten, ist aus Ihrer subjektiven Situation [siehe Anmerkung 4 a.a.O.] sicherlich verständlich. Allerdings möchte ich Sie darauf hinweisen, dass das in Artikel 17 des Grundgesetzes und Artikel 16 der Hessischen Verfassung verankerte Petitionsrecht lediglich einen Anspruch des Petenten auf Entgegennahme der Petition sowie auf sachliche Prüfung und vorschriftsmäßige Erledigung [siehe Anmerkung 5 a.a.O.] seiner Eingabe gewährt. Einen Anspruch auf eine bestimmte Entscheidung in einer Sache hat der Petent hingegen nicht.
Gleichwohl habe ich das Hessische Kultusministerium gebeten, Sie ausführlicher [siehe Anmerkung 6 a.a.O.] über die Sach- und Rechtslage zu unterrichten, da Ihnen Herr Roth mit Schreiben vom 19.02.2009 quasi eine Vollmacht erteilt hatte, eine Petition in seiner Angelegenheit einzureichen [siehe Anmerkung 7 a.a.O.].
Der Vollständigkeit halber muss ich Sie zudem auf die Regelung des § 102 Abs. 2 Buchst. c der Geschäftsordnung des Hessischen Landtages hinweisen. Danach kann der Ausschuss von einer sachlichen Prüfung der Petition absehen, wenn sie gegenüber einer bereits abgeschlossenen Petition kein neues erhebliches Vorbringen enthält. Sollten Sie daher eine nochmalige Überprüfung Ihres Anliegens [siehe Anmerkung 8 a.a.O.] durch den Hessischen Landtag [siehe Anmerkung 9 a.a.O.] wünschen, ohne neue erhebliche Tatsachen vorzutragen [siehe Anmerkung 10 a.a.O.] , müssten Sie davon ausgehen, dass der Hessische Landtag der erneuten Befassung mit demselben Sachverhalt ablehnen würde [siehe Anmerkung 11 a.a.O.]. Die maßgebliche Regelung habe ich zu Ihrer Information in Kopie als Anlage beigefügt.

Ich bedauere, Ihnen trotz Ihres großen Engagements [siehe Anmerkung 12 a.a.O.] keine andere Nachricht geben zu können, gehe aber davon aus, dass einige Fragen sicherlich durch eine ausführlichere Information aus dem Hessischen Kultusministerium beantwortet werden können.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

(Bicking)“



Ich möchte folgendes zu diesem Schreiben anmerken:
1. Ich habe mich in meinen Emails, die als Kommentare ebenfalls bei AljasBlog zu lesen sind, nicht beschwert, sondern lediglich appelliert und Fragen gestellt.
2. Das Hessische Kultusministerium hat mir keinerlei Begründung gegeben, sondern mir vielmehr mitgeteilt: „Aus datenschutzrechtlichen Gründen kann ich Ihnen allerdings ohne ausdrückliche schriftliche Einverständniserklärung von Herrn Roth keine Auskunft über einzelne personenbezogene Daten geben. Im Ergebnis muss ich Ihnen jedoch mitteilen, dass Ihrer Petition nach Prüfung der Sach- und Rechtslage und der Beratung im Petitionsausschuss nicht entsprochen werden kann.“
Der Hessische Landtag hatte mir vorher schriftlich mitgeteilt, er habe „in seiner 49. Plenarsitzung am 23.06.2010 beschlossen, die Petition der Landesregierung mit der Bitte zu überweisen, den Petenten über die Sach- und Rechtslage zu unterrichten“ und ich werde „von dem zuständigen Ministerium weitere Nachricht erhalten.“ Alle diese Texte stehen dankenswerter jedem jederzeit im Internet zur Verfügung, da ich auf diese Weise meine Mitpetenten auf diese Weise über den Fortgang der Petition unterrichten will.
3. Darf man Näheres erfahren? Und was ist eigentlich mit den „umfangreichen Schriftsätzen“ aus dem Archiv der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau passiert, die von Seiten der EKHN „ins Petitionsverfahren eingespeist“ worden sind?
4. Diese Formulierung verstehe ich nicht. Welche „subjektive Situation“ meinen Sie? Hat nicht jeder Petent die Hoffnung, seiner Petition werde stattgegeben? Ich bezweifle aber stark, dass mein Anliegen „subjektiv“ ist, da ich mich auf Zeugen wie Bundesinnenminister a.D. Gerhart Baum, Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und den leider inzwischen verstorbenen Bundespräsidenten Johannes Rau berufe. Und das Wort „Situation“ verstehe ich nun wirklich gar nicht.
5. Das Wort „Erledigung“ klingt an dieser Stelle irgendwie unschön nach.
6. Ausführlicher als wann?
7. Eine solche „Vollmacht“ war damals als Vorbedingung für meine Eingabe für Herr Roth gesetzt worden.
8. Mein „Anliegen“? Sind die vielfach zitierten Äußerungen von Alfred Grosser, Gerhart Baum, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Andrea Nahles und Thorsten Schäfer-Gümbel vergessen, und die Petition ist mein Privatvergnügen?
9. Ich bezweifele, dass der Hessische Landtag und schon gar nicht das Hessische Kultusministerium alleine zuständig ist und berufe mich u.a. auf die Zusage des Referenten für Petitionen im Deutschen Bundestag vom Bündnis 90/Die Grünen, er werde sich dafür einsetzen, „dass die Angelegenheit auch auf Bundesebene behandelt wird“. Ich verstehe nichts von Recht und Politik, aber wurden hier nicht Artikel der Verfassung (Art 1, 5, 33) gebrochen? Und ist dann nicht der Petitionsausschuß des Bundestages zuständig?
10. Niemals ist auf die ersten Punkte in meinem „Nachtrag zu meiner Petition“ (als Dokument im Netz bei Aljas Blog) eingegangen worden, die das Militär betreffen.
11. Gemeint ist wohl: „ablehnend gegenüberstehen würde“.
12. Es ist mir eine Freude und Ehre! Als leidenschaftlicher Demokrat und Liebhaber meiner Republik engagiere ich mich mit Haut und Haaren und tue das in unbedingter Hoffnung darauf, dass Recht und Gesetz sich durchsetzen werden. Wie sagte vor vielen Jahren ein kleiner Mönch? „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir!“

Und so flehe ich alle Menschen, die mir damals ihre Hilfe zugesagt haben, noch einmal von ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Seele an, mir und meiner Petition und damit Herrn Roth und unserer Republik beizustehen. Ich weiß wirklich nicht, was ich jetzt noch tun soll! Ich weiß nur eines: So darf es doch in Anbetracht der vielen Äußerungen und der zur Verfügung stehenden Dokumentationen, die auf AljasBlog einzeln verlinkt sind, nicht bleiben!

Und so verbleibe ich hochachtungs- und hoffnungsvoll und

mit der flehentlichen Bitte um Hilfe

Ihre

Nadja Thelen-Khoder
Nadjathelen-khoder@web.de

Re: Gerechtigkeit für Hans Roth

Beitrag von Nadja Thelen-Khoder » 01.08.2010, 23:50

Betr.: Meine Petition für Herrn Hans Roth, Lehrer mit lebenslänglichem Berufsverbot – viele Dokumente, Fernsehsendungen, Briefe, Kommentare im Netz unter
http://aljas.wordpress.com/2008/12/02/d ... hans-roth/

Die Petition zum Download unter http://aljas.files.wordpress.com/2009/0 ... s_roth.pdf

Sehr geehrte Damen und Herren!

Bevor ich Ihnen die neue Erklärung von Hans Roth kund und zu wissen gebe, möchte ich kurz etwas sagen und fragen:

Prof. Dr. Ulrich Klug lehrte an der Universität zu Köln, Heinrich Böll war Kölner, und der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum wohnt in Köln. Alle drei haben sich immer wieder für Hans Roth eingesetzt, und der Inbegriff Kölscher Lebensart lautet „Es hätt no immer juutjejange.“
„Was wir brauchen ist die Synthese von praktischem Denken und idealistischem Streben“, sagte mein ehemaliger Bundeskanzler Willy Brandt, dessen Kniefall vor dem Mahnmal des Warschauer Ghettos meine Hochzeit mit unserer Republik war.

Eine Republik muß ihre Zuständigkeiten haben. Als einfacher Bürger bin ich nicht dafür zuständig, Recht und Gesetz zu sprechen; ich bin nur dafür zuständig, Recht und Gesetz mit Leben zu füllen.
Ist das Kultusministerium des Landes Hessen zuständig für den Verfassungsschutz? Ist es nicht vielmehr das Hessische Innenministerium?
Und angefangen hatte doch alles mit der Weigerung des Oberstleutnants der Reserve, daran mitzuwirken, als das Militär im Innern eingesetzt werden sollte. Ist für das Militär nicht das Bundesverteidigungsministerium zuständig?

Und so verstehe ich nicht, weshalb ich eine Antwort bezüglich meiner Petition aus dem Hessischen Kultusministerium bekomme. Und ich verstehe auch nicht, weshalb meine Petition beim Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages abgewiesen worden ist, weshalb Volker Beck, der mir damals als Erster zu meiner Petition beim Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages riet, jetzt sagt, er könne mir als Bundestagsabgeordneter leider gar nicht in dieser Angelegenheit helfen.

„Was wir brauchen ist die Synthese von praktischem Denken und idealistischem Streben“, sagte Willy Brandt, und auf seinen Grabstein solle man schreiben: „Man hat sich bemüht.“
Und so bemühe ich mich weiter und bitte Sie alle um ihre Hilfe, die Sie praktisch denken können (Juristen und Politiker) und Ihren Idealismus noch nicht eingebüßt haben, von dem unsere Republik eben auch so wesentlich lebt. Denn der erste Satz unseres Grundgesetzes, unserer Verfassung, verpflichtet uns alle, er bindet uns aneinander und fordert uns jeden Tag aufs Neue heraus:
„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

Bitte helfen Sie Hans Roth, dem armen Poeten, unserer Republik, unserer wunderbaren freiheitlich-demokratischen Grundordnung, mir kleinem Schüler-Menschlein und loyalem Staatsbürger und sich selbst („Du bist Deutschland!“), indem Sie sich an meiner Petition beteiligen und eine möglichst breite Öffentlichkeit herstellen, damit wir Kölner (Ja, ich bin auch einer!) wieder einmal sagen können: „Es hätt no immer juutjejange.“

Hochachtungs- und hoffnungsvoll
Ihre
Nadja Thelen-Khoder

Und nun zur neuen Erklärung von Hans Roth:

„Erklärung zu Aktenzeichen 263/18, 24.6.2010

1. Lautlose Hiebe aus Dunkelkammern sind nach Kant grundsätzlich und immer Unrecht: „Alle auf das Recht anderer Menschen bezogenen Handlungen, deren Maxime sich nicht mit der Publizität verträgt, sind Unrecht.“ (Zum ewigen Frieden, Nachwort)
2. Unrecht am Ende des Rechtsweges: mein Rechts-Berater Ulrich Klug, Justizsenator a.D. und Rechtsphilosoph und Autor der „Juristische(n) Logik“, hielt das für ausgeschlossen – wie der Bundespräsident Johannes Rau, der mich schriftlich rehabilitierte. Skeptischer war da der Literatur-Nobelpreisträger Heinrich Böll, der mir seine Befürchtung mitteilte, ich könnte „Rechtstaat als Trick“ erleben.
3. Das Verschwinden oder Verschwindenlassen der Gerichtsakte in der Staatskanzlei (Mitteilung des Hessischen Ministerpräsidenten) – nach dem Raub derselben bei meinem CDU-Bruder und mir – ändert nichts an der Tatsache, dass das Land Hessen in einer rechtshistorischen Entscheidung zu 100% mit Rechtskraft verurteilt worden ist; die Nichtachtung des Rechts durch den Staat ist nach Ulrich Klug Verfassungsbruch, das schwerste Verbrechen in einer politischen Demokratie.
4. Verurteilt wurde insbesondere die Umfälschung des Offiziers, der sein Gewissen gebraucht hatte, in einen „Kommunisten“ und „Extremisten“ – der er nie war, wie zuletzt der Bundesinnenminister a.D. Gerhart Baum öffentlich bestätigte. Diese Umfälschung ist das Werk der geheimen CDU-Organisation „Aktion 76“, deren politischer Führer, der CDU-Abgeordnete Runtsch, den vermeintlichen Übeltäter als solchen an die Öffentlichkeit zerrte.
5. Dagegen – und gegen die Folgen, geheime Verhöre und Ablehnungen (12) und Berufsverbote (die Nazi-Formel „fehlende charakterliche Reife“ war der Höhepunkt)- wandten sich viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter sogar, und zwar schriftlich, ein Verfassungsschutz-Präsident, das CDU-Mitglied Christian Lochte. – Am Ende seines Lebens teilte mir Willy Brandt sein Bedauern mit.
6. Ulrich Klug, der über meinen Rechtsweg – und den Gesetzes-Entwurf, der später „Stasi-Gesetz“ wurde – begeistert war, teilte mir sehr persönliche Dinge mit, die auf unterbrochene Lebenslinien in Deutschland aufmerksam machen; wie sein bester Freund zuerst mit der Formel der „fehlenden charakterlichen Reife“ belegt wurde und dann in einem Lager verschwand; wie er seine jüdische Verlobte (die als seine Frau bei dem Gespräch anwesend war) mit einer List aus einem Zug nach Auschwitz befreite.
7. Unrecht am Ende des Rechtswegs: der Schwerkriegsversehrte aus dem „Kalten Krieg“, dem langen (37 Jahre sind eine lange Zeit), der an Krebs Erkrankte, der vermutlich sein letztes Lebensjahr erlebt, bleibt weiterhin mit einer Nazi-Formel verboten; Wiedergutmachung gibt es nicht, trotz rechtskräftiger Verurteilung. Gut ist dagegen nur jene deutsche Humanitätssteigerung, nach der auf mich nur Obdachlosigkeit wartet.
8. Der arme Poet muß arm bleiben, wenn er Poet bleiben will; so lautet die dialektische Lehre des lautlosen Hiebs aus der Dunkelkammer. – „Poet“ kommt von einem griechischen Wort, das soviel heißt wie „schaffen“; ich habe ein Buch geschrieben, das das Gesagte mit Dokumenten unterfüttert, und auch dafür einen Verleger, der kein banges Häschen sein darf. Ich folge damit einem Rat von Hannah Ahrendt, die auf den politischen Segen einer mutigen und ehrlichen Aussprache vertraut.
9. Der „Kalte Krieg“ fand nicht nur im Osten statt. So gut und wichtig und nützlich es war, sich gründlich mit dem Totalitarismus im Osten auseinanderzusetzen, so gut und wichtig und nützlich wäre es, sich mit totalitären Aspekten im Westen auseinanderzusetzen, insbesondere mit dem Archipel „Gladio“. Dazu nächstens mehr.

Hans Roth“

Bitte geben Sie diese Erklärung an möglichst viele Bürger weiter, auf dass der kleine David mit dem großen Goliath sprechen kann.
Im voraus meinen allerherzlichsten Dank für Ihre Bemühungen und Ihr Verständnis und alles, was Sie für Herrn Roth tun können!

Re: Gerechtigkeit für Hans Roth

Beitrag von Nadja Thelen-Khoder » 22.07.2010, 00:58

Sehr geehrte Damen und Herren!

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich nicht langsam müde würde; ob ich wirklich nach so langer Zeit noch hoffe, etwas erreichen zu können.

Aber wie sollte ich müde werden, wie sollte ich meine Hoffnung verlieren, da ich nicht gegen etwas oder jemanden an-, sondern für etwas bzw. jemanden eintrete?

„Gut’ Ding will Weile haben“, sagt der berühmt-berüchtigte Volksmund, und auch „Nur wer aufgibt, der hat verloren“. Letzteres trifft unbedingt zu, wenn man FÜR etwas Gutes streitet. Und was könnte es Besseres geben als unser Grundgesetz, unsere Republik, unseren freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat?

Wie könnte ich mich zufrieden geben mit einem Menschen- und Sachverhalt, den meine jetzige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger „erschütternd“ nennt – nein, ich werde an dieser Stelle nicht wieder alle die großen Persönlichkeiten benennen und zitieren, die in den letzten Jahrzehnten für Hans Roth eingetreten sind.

Aber ich flehe alle diejenigen, die sich besser als ich mit Recht, Gesetz und Politik auskennen, wirklich inständig an, sich für Herrn Roth und unsere Republik einzusetzen Denn:

Der Brief des Hessischen Kultusministeriums, den ich heute in meinem Briefkasten fand und den ich Ihnen im Folgenden im Wortlaut wiedergebe, DARF EINFACH NICHT DAS ENDE DIESER LANGEN GESCHICHTE SEIN; NICHT DER LETZTE STAND DER DINGE BLEIBEN!

„Hessisches Kultusministerium
Postfach 3160, 65021 Wiesbaden
Luisenplatz 10, 65185 Wiesbaden
Telefon: (0611) 368-0
Telefax: (0611) 368-2099
Geschäftszeichen: Z.1-Fi - 450.000.006 – 246
Bearbeiter: Herr Dr. Fischer
Durchwahl: 2107
Ihre Nachricht vom 19. März 2009
Datum: 15. Juli 2010

Ihre Petition an den Hessischen Landtag Nr. 00263/18 vom 19. März 2009 für Herrn Hans Roth

Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder,

der Petitionsausschuss des Hessischen Landtages hat Ihre Petition in seiner Sitzung am 17. Juni 2010 beraten. Der Hessische Landtag hat gemäß der Empfehlung des Petitionsausschusses beschlossen, Ihre Petition der Landesregierung mit der Bitte zu überweisen, Sie über die Sach- und Rechtslage zu unterrichten. Dem komme ich mit diesem Schreiben gerne nach.

Sie möchten mit der von Ihnen eingereichten Petition im Wesentlichen eine moralische und juristische Rehabilitation für Herrn Hans Roth erreichen. Sie gehen davon aus, dass Herr Roth in den 1970er Jahren nicht im Schuldienst des Landes Hessen arbeiten durfte und zu Unrecht als Beamter abgelehnt wurde.

Ihr Anliegen wurde umfassend geprüft. Hierzu wurde umfangreich nach noch vorhandenen Unterlagen über Herrn Roth recherchiert. Nach eingehender Untersuchung ist festzustellen, dass die Ausführungen von Herrn Roth, auf die Sie sich ebenso wie die entsprechenden Medienberichte stützen, die tatsächliche Sach- und Rechtslage nicht vollständig und zutreffend wiedergeben. Aus datenschutzrechtlichen Gründen kann ich Ihnen allerdings ohne ausdrückliche schriftliche Einverständniserklärung von Herrn Roth keine Auskunft über einzelne personenbezogene Daten geben. Im Ergebnis muss ich Ihnen jedoch mitteilen, dass Ihrer Petition nach Prüfung der Sach- und Rechtslage und der Beratung im Petitionsausschuss nicht entsprochen werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Dr. Fischer“

Gleichzeitig mit dieser Information wende ich mich namentlich an folgende Personen und bitte Sie inständig um ihre Hilfe:

1. Herrn Roth mit der Bitte, mir bzw. dem Hessischen Kultusministerium (Adresse siehe oben) die notwendige „ausdrückliche schriftliche Einverständniserklärung“ zukommen zu lassen;

2. meine Bundesjustizministerin Frau Leutheusser-Schnarrenberger mit der Bitte, irgendwo ein gutes Wort für Herrn Roth und meine Petition einzulegen;

3. meinen ehemaligen Bundesinnenminister Herrn Gerhart Baum mit der Bitte, sich noch einmal ebenfalls für eine Erfüllung der von ihm betonten „Pflicht des Landes Hessen“ für eine „moralische Rehabilitation“ einzusetzen und Herrn Roth und mir irgendwie beizustehen;

4. Herrn Thorsten Schäfer-Gümbel mit der Bitte, sich weiterhin im Hessischen Landtag für Herrn Roth und meine Petition einzusetzen;

5. den ehemaligen Hessischen Innenminister Herrn Gerhard Bökel mit der Bitte, sich an unser Telefonat und die von ihm in Aussicht gestellte Hilfe zu erinnern;

6. Herrn Stephan Krebs, Frau Uta Andrée sowie Herrn Sönke Kruitzfeld von der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau, der einen umfassenden Schriftwechsel im Archiv der EKHN fand, mit der nochmaligen Bitte, sich an meiner Petition zu beteiligen;

7. Herrn Bürgermeister a.D. Herrn Hans Koschnick, der damals bezüglich des Vorwurfs der „mangelnden charakterlichen Reife“ von „Nazi-Argument“ sprach mit der Bitte, sich irgendwie noch einmal einzumischen;

8. den Hessischen Ministerpräsidenten Herrn Roland Koch, der mich damals beglückwünschte, dass ich mich so für die Demokratie einsetzte, mit der Bitte, sich die verfügbaren Unterlagen noch einmal anzusehen;

9. Herrn Alfred Grosser, der von einer „enormen Entschädigung“ sprach, die Herrn Roth eigentlich zustünde, mit der Bitte, mir einen Gruß zukommen zu lassen und

10. an Herrn Ulrich Neumann von Report Mainz, bitte noch einmal über den „Fall“ von Herrn Hans Roth zu berichten.

Selbstverständlich bin ich weit davon entfernt, die obige Antwort des Hessischen Kultusministeriums für das letzte Maß aller Dinge zu halten und gehe weiterhin davon aus, dass ich von anderer Seite auch eine andere Antwort erhalten werde.

Jedoch möchte ich auch nicht verhehlen, dass ich erstens tief enttäuscht war, als ich den Inhalt des Briefes gelesen hatte, und dass ich zweitens nicht weiß, wie es nun mit meiner Petition weitergeht; was bedeutet der Satz „Im Ergebnis muß ich Ihnen jedoch mitteilen, dass Ihrer Petition ... nicht entsprochen werden kann“?

Abschließend möchte ich den Satz wiedergeben, der mich im Moment ganz und gar erfüllt: DAS KANN DOCH NICHT ALLES GEWESEN SEIN!

Voller Glauben an, Liebe zu und Hoffnung auf unsere/n/m Rechtsstaat
Ihre

Nadja Thelen-Khoder
Nadjathelen-khoder@web.de

Re: Gerechtigkeit für Hans Roth

Beitrag von Nadja Thelen-Khoder » 01.07.2010, 11:10

Sehr geehrte Damen und Herren!

Vor einigen Tagen bekam ich einen Brief vom Hessischen Landtag folgenden Inhalts:

„Beschluss des Hessischen Landtages zur Petition Nr. 00263/18
Eingabe vom 19.03.2009 für Hans Roth
Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder,
der Hessische Landtag hat in seiner 49. Plenarsitzung am 23.06.2010 beschlossen, die Petition der Landesregierung mit der Bitte zu überweisen, den Petenten über die Sach- und Rechtslage zu unterrichten.
Sie werden von dem zuständigen Ministerium weitere Nachricht erhalten.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Bicking“

Hochachtungs- und hoffnungsvoll

Ihre
Nadja Thelen-Khoder

Re: Gerechtigkeit für Hans Roth

Beitrag von Nadja Thelen-Khoder » 20.06.2010, 18:41

Meine allerherzlichsten Geburtstagswünsche

Am 6. Januar 2009 bekam ich den für mich so erschütternden Brief des damaligen Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, in dem er seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß ich mich „engagiert für die Grundwerte unserer Verfassung und unsere Demokratie“ einsetzte; der „Fall Roth“ sei „indessen anders gelagert“ als ich dächte: „Ausweislich der mir vorliegenden Unterlagen ist Herr Hans Roth auf eigenen Wunsch mit Wirkung vom 31. Juli 1979 aus dem hessischen Schuldienst ausgeschieden. Akten und Unterlagen, aus denen sich die näheren Umstände rekonstruieren ließen, sind nicht mehr verfügbar.“
Im März 2009 habe ich auf vielerlei Anraten hin meine Petition für Hans Roth eingereicht, im Juni hatte ich Geburtstag und wurde also von einem Tag auf den anderen ein ganzes Jahr älter.
In diesen Tagen habe ich wieder Geburtstag und soll nun also noch einmal ein ganzes Jahr älter werden als ich zu dem Zeitpunkt war, als ich meine Petition für Herrn Roth eingereicht habe.
Aber „Gut’ Ding’ will Weile haben“, sagt der berühmt-berühmt berüchtigte Volksmund, und es bedarf eben möglichst vieler und eines langen Atems, um Gutes zu bewirken (während das Böse nur einen Einzigen und eine einzige Sekunde braucht).
Und so kann ich mich nicht begnügen, kann mich nicht zufrieden geben, kann nicht nachlassen in meinen Bemühungen und nicht verzichten auf die Freude und Ehre, mich für Hans Roth einzusetzen. Wie könnte ich auch, nach so viel Zuspruch von unterschiedlichster Seite, die ich Ihnen mit einer Datei in Erinnerung rufen will: Zusammen mit meiner Petition habe ich „An alle Mitglieder des Petitionsausschusses“ im März 2009 eingereicht. Könnten Sie bitte dieses PDF hier verlinken?
Inzwischen ist Frau Leutheusser-Schnarrenberger wieder Bundesjustizministerin, und der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum hat eine Verfassungsklage gegen die Vorratsdatenspeicherung gewonnen. Wie könnte ich daran zweifeln, daß auch der „Fall“ Hans Roth bald „gelöst“ wird?
Denn am 23.9.2009 schrieb Hans Roth in seiner „Erklärung für einen Petitionsausschuß: „...Unter den vielen unwahren Behauptungen von Herrn Koch in seiner Diffamierungs-Kampagne nach der ARD-Fernsehsendung könnte sich eine wahre befinden: daß das mich betreffende Gerichts-Dossier aus den Archiven der Staatskanzlei verschwunden ist.“
Und so bin ich sehr glücklich darüber, daß die Evangelische Kirche ihre Archive offensichtlich besser pflegt; denn am 13. Juli 2009 schrieb sie mir: „..., die Recherchen in o.g. Angelegenheit gestalten sich umfangreicher als erwartet. Nachdem wir die Unterlagen aus der Reponie erhalten haben, wird die Auswertung der zum Teil recht komplexen Schriftsätze noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Wir bemühen uns, das zeitnah zu erledigen und melden uns zu gegebener Zeit bei Ihnen. Mit freundlichen Grüßen Sönke Krützfeld“
Und am 12. Oktober 2009: „...vielen Dank für Ihre Mail. Ich weiß, dass unsere Schulabteilung Ihr Anliegen bereits intensiv bearbeitet. Sie werden sicher in Kürze von dort eine Antwort bekommen. Mit freundlichem Gruß Joachim Schmidt“
Zwar hatte mir der ehemalige Hessische Innenminister Gerhard Bökel am 6. Juli geraten, keine Emails mehr zu verschicken

(„Was Sie noch tun können ? Mit meiner mir eigenen, auch wegen der Sache notwendigen, Offenheit: möglichst keine weiteren Papiere, Stellungnahmen verschicken, weder Ihre eigenen noch die von Hans Roth, schon gar nicht als "Rundbriefe". Glauben Sie mir: das wird nicht mehr gelesen, allenfalls angelesen, dann gelöscht (was früher der Papierkorb war). ...
Und mein Rat - und das nehme ich mir raus, weil ich Ihren Einsatz schätze - sowie mein mir eigentlich nicht zustehender, aber gut gemeinter Wunsch an Sie persönlich: identifizieren Sie sich nicht zu sehr mit Hans Roth, bewahren Sie innere Distanz. Sie dürfen sich nicht verrennen - was Hans Roth leider kompromißlos wie er war und ist - getan hat. ... Gerhard Bökel“),

aber wenn ich seinem Rat gefolgt wäre, hätte ich viele Antworten nicht bekommen, die mich immer wieder ermutigen und mich bestärken in meiner Hoffnung, daß Recht und Gesetz sich immer durchsetzen – manchmal früher, manchmal später!
Denn ich identifiziere mich nicht mit Hans Roth, sondern mit unserer Republik – und wie sollte ich „innere Distanz“ bewahren gegenüber „den Verheißungen des Rechtsstaates“ (Hans Roth)?
Aber: Wie sagt Jesus Christus, der große jüdische Rabbi, den Christen und Muslimen als Propheten verehren: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder nicht getan habt, das habt Ihr auch mir nicht getan“ (Matth 25, 45).
Und insofern identifiziere ich mich natürlich auch mit Hans Roth als einem meiner Brüder, denen Unrecht widerfahren ist.
Herr Bökel spricht in seiner Email von „Fehlern“, der ehemalige Hessische Ministerpräsident Roland Koch von ihm „vorliegenden Unterlagen“, die auswiesen, daß „Herr Hans Roth auf eigenen Wunsch ... aus dem hessischen Schuldienst ausgeschieden“ sei und daß „Akten und Unterlagen, aus denen sich die näheren Umstände rekonstruieren ließen“, „nicht mehr verfügbar“ seien, und die Evangelische Kirche von der „Auswertung der zum Teil recht komplexen Schriftsätze“, die „noch einige Wochen in Anspruch nehmen“ werde.
Meine Petition befindet sich nun im Geschäftsgang, Herr Roth wurde erneut operiert, und ich habe bald Geburtstag. Dreimal dürfen Sie raten, was ich mir wohl zum Geburtstag wünsche. Na? Genau:
Bitte beteiligen Sie sich an meiner Petition für Hans Roth
http://aljas.wordpress.com/2009/03/23/p ... hans-roth/
und tragen Sie nach Kräften dazu bei, daß diese nun Jahrzehnte währende Geschichte endlich zu einem guten Ende kommt!
Denn so kann und darf es doch nun einmal nicht bleiben!
Hochachtungs- und hoffnungsvoll
Ihre
Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de

Re: Gerechtigkeit für Hans Roth

Beitrag von Nadja Thelen-Khoder » 24.05.2010, 17:36

Sehr geehrte Damen und Herren!

Und noch ein letztes Mal für’s Erste bezgl. Evangelische Kirche und Hans Roth:

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Krebs, Stephan [mailto:Stephan.Krebs@EKHN-KV.de]
Gesendet: Freitag, 9. April 2010 10:36
An: NadjaThelen-Khoder@web.de
Betreff: Petition


Liebe Frau Thelen-Koder,

wie mir der in unserem Hause für den Religionsunterricht zuständige Fachreferent Sönke Krützfeld mitgeteilit hat, hat der Petitionsausschuss mit ihm Kontakt aufgenommen. Er hat dem Ausschuss die den Fall Roth betreffenden Unterlagen zur Verfügung gestellt und darüber auch Herrn Roth informiert. Von unserer Seite aus sind also bereits alle Unterlagen und Informationen ins Petitionsverfahren eingespeist.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan Krebs
Pressesprecher

EVANGELISCHE KIRCHE
IN HESSEN UND NASSAU
Kirchenverwaltung

Telefon: 06151 - 405 0 (Zentrale)
Telefon: 06151 - 405 504 (Durchwahl)
Mobil: 0173 - 328 68 36
Fax: 06151 - 405 441

Postanschrift
64276 Darmstadt

Lieferanschrift
Paulusplatz 1
64285 Darmstadt

<stephan.krebs@ekhn-kv.de>
http://www.ekhn.de


Einen Ausschnitt meiner Korrespondenz mit der EKD bezgl. meiner Petition können Sie einem PDF entnehmen, das vielleicht noch verlinkt wird. Sollte das möglich sein, wäre ich sehr dankbar.
Meinen aufrichtigsten Dank im voraus!
Ihre
Nadja Thelen-Khoder

Re: Gerechtigkeit für Hans Roth

Beitrag von Nadja Thelen-Khoder » 23.05.2010, 13:53

Lieber Charly!
Danke für die Korrektur! Das sollte uns noch mehr Hoffnung geben!

Sehr geehrte Damen und Herren!

Es gibt keine Zufälle! Wenn man am richtigen Ort ist, wenn man am richtigen Punkt arbeitet, gibt es keine Zufälle! Als tief religiöser Mensch und überzeugter und loyaler Staatsbürger meiner Republik,

· voller Hingabe an Gott=Allah=Haq=Baruch=Jahwe oder wie immer wir kleinen (Schüler-) Menschlein wir das Sein („Ich bin“), das allen Menschen eignet, das vor uns war, mit uns ist und nach uns sein wird, auch nennen, sowie

· als leidenschaftlicher citoyen

feiere ich heute den 23. Mai 2010 und wünsche uns allen von ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Seele

· ein frohes Pfingstfest und

· ein würdiges Gedenken an das Inkraftreten des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949.

Möge in Abwandlung der Apostelgeschichte 2, 1-4 (Bibel, Neues Testament) demnächst folgendes geschrieben stehen:

„Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander: Hans Roth und Roland Koch, Gerhart Baum und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Heinrich Böll und Pierre Lavigne, Wolfgang Klafki und Ulrich Klug, Hartmut von Hentig und Alfred Grosser, Gerhard Bökel und Günter Wallraff, Johannes Rau und Klaus Traube, Hans Koschnick und Ulrich Neumann, Andrea Nahles und Thorsten Schäfer-Gümbel, Volker Beck und Heinz Brandt (Hans Roths ehemaliger Rektor), der damalige Regierungspräsident in Kassel und der Hessische Kultusminister vom 13. September 1978, das Verwaltungsgericht Kassel vom 13.1.1977 und der Hessische Verwaltungsgerichtshof vom 12.1.1982, das Bundesverfassungsgericht vom 13.6.1985 und Gottfried Milde, Christian Lochte und Herr Winterstein und der ganze Petitionsausschuß des Hessisches Landtages.
Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten, und es ließ sich auf jeden von ihnen nieder. Und alle wurden mit Heiligem Geist erfüllt und begannen, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab zu sprechen:
‚Aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland vom 23. Mai 1949:
Artikel 1, (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
Artikel 3, (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
Artikel 33, (1) Jeder Deutsche hat in jedem Lande die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten. (2) Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte. 3) Der Genuß bürgerlicher und staatsbürgerlicher Rechte, die Zulassung zu öffentlichen Ämtern sowie die im öffentlichen Dienste erworbenen Rechte sind unabhängig von dem religiösen Bekenntnis. Niemandem darf aus seiner Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einem Bekenntnisse oder einer Weltanschauung ein Nachteil erwachsen.’“

Bitte verhelfen Sie Hans Roth zu seinem und unserer Republik zu ihrem und dadurch uns allen zu unser aller Recht. Denn was wir einem unserer geringsten Brüder nicht getan haben, das haben wir uns allen nicht getan!

Ich wünsche uns allen ein frohes Pfingst- und ein würdiges Verfassungsfest
am heutigen 23. Mai 1949+61 !

Hochachtungs- und hoffnungsvoll

Ihre
Nadja Thelen-Khoder

Re: Gerechtigkeit für Hans Roth

Beitrag von Charly » 19.05.2010, 07:48

Eine kleine Korrektur: Frau Leutheusser-Schnarrenberger ist nicht mehr "a.d.", sondern wieder die aktuelle Justizministerin seit dem 28.10.2009. Vielleicht kann sie in dieser Funktion etwas bewegen?!

Re: Gerechtigkeit für Hans Roth

Beitrag von Nadja Thelen-Khoder » 19.05.2010, 02:09

Sehr geehrte Damen und Herren!

Vor ein paar Wochen bekam ich eine Email von Thorsten Schäfer-Gümbel auf dem Briefkopf der Sozialdemokratischen Fraktion im Hessischen Landtag, Referat Petition & Integration, Durchwahl 0611 / 350-514, Email: L.Kreutzmann@ltg.hessen.de,
Unser Zeichen: L.K, Ihr Schreiben vom: 3.4.2010, die ich Ihnen hiermit zur Kenntnis bringen möchte. Er schrieb mir:

„Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder,
vielen Dank für Ihr Schreiben, Herr Roth kann sich sehr glücklich schätzen, eine solche Verfechterin seiner Rechte zu haben.
Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass weder ich, noch die SPD-Landtagsfraktion zum jetzigen Zeitpunkt Einfluss auf Ihre im Landtag bereits anhängige Petition nehmen können.
Diese befindet sich momentan im Geschäftsgang, so dass es den Abschluss des Petitionsverfahrens abzuwarten gilt.
Ich verspreche Ihnen jedoch, mich für eine zügige Abhandlung einzusetzen!
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Schäfer-Gümbel“

Ich lebe und sterbe durch diese Art von Komplimenten!

Welche Freude und Ehre ist es für mich, daß der Oppositionsführer im Hessischen Landtag mir schreibt: „Herr Roth kann sich sehr glücklich schätzen, eine solche Verfechterin seiner Rechte zu haben.“

„Eine Verfechterin SEINER RECHTE“, genau! Wie könnte ich daran zweifeln, daß sich Recht und Gesetz in unserem Rechtsstaat am Ende durchsetzen? Bei so vielen Fürsprechern
[Gerhart Baum (Bundesinnenminister a.D.),
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Bundesjustizministerin a.D.),
Alfred Grosser,
der damalige Bundespräsident Johannes Rau,
Heinrich Böll,
Hartmut von Hentig,
Wolfgang Klafki,
Günther Wallraff,
Pierre Lavigne,
Klaus Traube,
Hans Koschnick u.v.a.m.] –

wie sollte es da möglich sein, daß sich mein sehnlichster Wunsch nicht erfüllt, den ich in meinem „Nachtrag zu meiner Petition“ zum Ausdruck bringe:
Denn ganz naiv hoffe ich, daß im Geschichtsbuch unserer Republik einmal zu lesen steht...:

„Es handelt sich also um ein kleines Stück gelebten Rechtsstaates. Es wird erzählt, welche Wunder möglich sind. Dabei zeigt sich, wie nicht nur die Republik fruchtbarer und beglückender erlebt wird, und zwar für ihre Bürger und ihre Vertreter, sondern wie zugleich die Folgen des Stummgemachtseins weichen: Apathie und Aggressivität, die beiden schlimmsten Stigmen mißhandelter Demokratie heute, verschwinden aus den Köpfen; es entfaltet sich, was in der Republik liegt und auf Befreiung wartet: Interesse, Selbstbestimmung, Fähigkeit zur Kooperation“ (nach „Stumme können selber reden“ von Hans Roth).

In dieser Hoffnung wende ich mich mit meiner Petition an Sie, ich trage sie Ihnen an, lege sie Ihnen an Herz und Verstand, auf daß Gerechtigkeit werde für Herrn Hans Roth.

Beteiligen Sie sich bitte an und erkundigen Sie sich bitte nach meiner Petition für Hans Roth! Denn die Demokratie lebt und stirbt durch Öffentlichkeit:

Der Staat sind wir alle!

Voller Hoffnung auf und Glauben an und Liebe zur Rechtsstaatlichkeit und zur Verfassung der Bundesrepublik Deutschland („Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Art.1,1 GG) verbleibe ich

mit freundlichsten Grüßen

Ihre
Nadja Thelen-Khoder

Re: Gerechtigkeit für Hans Roth

Beitrag von Nadja Thelen-Khoder » 03.04.2010, 21:04

Meine Petition für Hans Roth

Sehr geehrte Damen und Herren!

Nun ist über ein ganzes Jahr vergangen, und ich habe einen kleinen Eindruck davon gewonnen, was es heißt, über 35 Jahre einen Rechtsstreit nach dem anderen geführt zu haben. (Nähere Informationen finden Sie im Internet unter meinem Namen als Suchbegriff.)
Um so mehr stehe ich in der Verpflichtung, mich als kleines „Schüler-Menschlein“ für Hans Roth und unsere Republik einzusetzen, und nehme das diesjährige Osterfest als nicht zufällig gewähltes Datum für die Veröffentlichung seiner neuen Erklärung vom 7.3.2010 in Richtung Evangelische Kirche Hessen-Nassau (EKHN).
Und ich flehe eben diese Kirche erneut an: Lassen Sie um Gottes Willen Hans Roth nicht alleine stehen in seinem Streit um Recht und Gesetz! „Was immer Ihr einem meiner geringsten Brüder nicht getan habt, das habt Ihr auch mir nicht getan“, sagt der jüdische Rabbi, nach dem die Christen sich benennen und den die Muslime als den Propheten Isa verehren!
Die EKHN hat umfangreiches Material gefunden , wie sie mir schrieben – und da sollte es nicht möglich sein, sich an meiner Petition zu beteiligen?
Herr Roth wird in diesem Monat erneut operiert – lassen Sie Gott ein Wunder durch uns alle tun und verhelfen Sie unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und allen ihren Bürgern zu ihrem ureigensten Recht!
Darum bittet Sie von ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Seele

Ihre
Nadja Thelen-Khoder


Hier nun also die neueste Erklärung von Hans Roth:


Erklärung zur letzten Einlassung meiner Kirche

Während der 35 Jahre des Menschenrechts-Streits mit dem Land Hessen (das sind 100 Welt-Umseglungen ohne Assistenz) habe ich öffentlich immer geschwiegen zum Verhalten der EKHN; informell habe ich öfters das Gespräch gesucht mit einer Institution, die sich auf das Evangelium („Salz der Erde“, „Licht der Welt“) bezieht, mit dem Ziel, sie zum Eintreten für den politisch verfolgten (die Nazi-Formel des Berufsverbots „fehlende charakterkliche Reife“ ist bis heute geschichtsmächtig) Religionslehrer zu bewegen. Weit gefehlt.

Nun betet sie wieder – die Legende des Hessischen Ministerpräsidenten nach, die längst vor Gericht widerlegt wurde. Da kann ich nicht anders als sagen, zum erstenmal öffentlich: Sie hat dem staatlichen Verhör, das mein erstes Berufsverbot zur Folge hatte („Zweifel an der Verfassungstreue“), ein kirchliches folgen lassen, womit ich meine letzte Arbeitsmöglichkeit in Deutschland verlor. – In einem Bild gesagt: Sie hat sich, in alter Inquisitions-Tradition, als Halleluja-Wagen an den Staats-Zug gehängt. Da hängt sie jetzt wieder, noch immer, ohne ein Wort des Bedauerns.

Macht muß man achten oder verachten, heißt es bei Hegel. Was wissenschaftliche Gewalt-Theorien „Systeme von Grausamkeit“ nennen oder „ultraobjektive Gewalt von Eliminierungs-Strategien“ (Balibar, Moore), muß man bekämpfen, am besten mit der Verheißung des Rechtsstaats, mit der Verheißung gewaltfreier Gegengewalt. Das habe ich getan, mit den Erfolgen, die der Bundespräsident in seinem Rehabilitierungs-Schreiben anerkannt hat und auf deren Grundlage mein Gegner vor dem Verfassungsgericht, der Bundesinnenminister a.D. Gerhart Baum, öffentlich für mich eingetreten ist.

Da meine Kirche entschieden hat, nicht für mich einzutreten, das Gerichts-Dossier nicht zur Kenntnis zu nehmen und die gerichtlich geklärten Fälschungs-Vorgänge der „Aktion 76“ (im Auftrag von „Gladio“), für die die hessische CDU Verantwortung trägt, zu ignorieren, muß ich nun öffentlich sagen: Politisch Mächtige, die eine selbstkritische Reserve haben und zum Bedauern fähig sind, kann ich achten; kirchlich Mächtige, die ohne Achtung für fremdes Leid doktrinär beharren auf falschen Prämissen, muß ich als erklärten Verhör-Verein betrachten, der nichts mit dem Evangelium zu tun haben will.

Hans Roth

Re: Gerechtigkeit für Hans Roth

Beitrag von Nadja Thelen-Khoder » 11.10.2009, 17:35

Befragt, warum jetzt diese Erklärung von Herrn Roth veröffentlicht werden soll, möchte ich den Wortlaut von Herrn Roths Anschreiben zu dieser Erklärung nachsetzen:

Liebe Frau Thelen-Khoder,
haben Sie herzlichen Dank für Ihr Informieren, für Ihr Nachfragen, wie es mir geht. – Ich habe einen Sommer voller Privatleben hinter mir, also geht es mir besser: Das Bruttojovialprodukt meiner Freunde, die ich nicht „meine Alliierten“ nenne (Schmunzeln...), ist stattlicher, als ich dachte; die Ferien mit meiner Teilzeit-Tochter, die wunderschön waren und mit ausdrücklichem Dank für wilde Tulpen und warme Suppen endeten, haben mir erlaubt, Bonhoeffers Frage „Wozu sind wir nutze?“ zu beantworten. – Apropos „Gott“: Gibt es Neues in Sachen Kirche?
Was den Petitions-Vorgang angeht, erfahre ich durch das Bökel-Schreiben, daß „die Landesregierung ... zum Bericht aufgefordert“ wird, aber offenbar nicht ich. – Sokrates würde dazu auf seine hinterlistige Art fragen, ob Täter und Opfer dasselbe sind – und ob eine Wahrheitsfindung möglich ist, wenn nicht beide Seiten berichten. – Damit beide Seiten zu Wort kommen, habe ich beiliegende Erklärung für den Petitionsausschuß geschrieben.
Da dieser mich nicht aufgefordert hat zu einem Bericht, bitte ich Sie, die Erklärung einer öffentlichen Aussprache zuzuführen, am besten mit einem Hinweis auf den Mann, der ein Schuhmacher war und ein Philosoph dazu. - ...
Ihr
Hans Roth

Re: Gerechtigkeit für Hans Roth

Beitrag von Nadja Thelen-Khoder » 11.10.2009, 13:40

Sehr geehrte Damen und Herren!

Welche Ehre und Freude, aber auch welche Verpflichtung und wie viel Arbeit ist mit der Tatsache verbunden, Bürger unseres Staates zu sein, der solch ein schönes Buch wie das Grundgesetz seine Verfassung nennt!
„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ (Artikel 1)
Immer und immer wieder bindet mich dieser Satz, verpflichtet und ehrt mich, macht mir Freude und verursacht mir eben auch Trauer, wenn ich ihn bedroht sehe!
Und so ist es mir ein wahrhaftiges Anliegen, Ihnen die neue Erklärung von Hans Roth an Herz, Verstand und Seele zu legen, auf daß in dieser heiligen Dreifaltigkeit einem Menschen endlich Recht zuteil werde.
Bevor ich dies tue, möchte ich Ihnen jedoch nur einige Vorkommnisse der letzten Monate zur Kenntnis bringen, aus denen Sie ersehen mögen, daß sich im Hintergrund dann doch das Eine oder Andere tut, daß also nichts, was man im Leben tut, umsonst ist!

Zu meinem größten Bedauern habe ich Anfang Juni einen Brief vom Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages erhalten, den ich allerdings gar nicht richtig verstanden hatte. Darin hieß es:

DEUTSCHER BUNDESTAG
Petitionsausschuss
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Fernruf: (030) 227-39185
Pet 1-16-06-12-051240

Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder,
zu Ihrer Eingabe für Herrn Roth hatte ich sowohl das Bundesministerium des Innern als auch das Bundesministerium der Verteidigung gebeten zu prüfen, ob sein Schicksal dort bekannt ist bzw. das Bundesamt für Verfassungsschutz oder der militärische Abschirmdienst Anlass gesehen hatte, Herrn Roth nach seiner Entlassung aus der Bundeswehr zu beobachten. Die Nachfrage verlief in beiden Fällen ergebnislos.
Ich würde auch vermuten, dass der frühere Bundespräsident Johannes Rau, der sich ja sehr für Herrn Roth eingesetzt hat, im Falle einer wie auch immer gearteten Beteiligung der Bundesregierung erfolgreicher gewesen wäre bzw. sich nicht auf einen Appell an die hessische Landesregierung beschränkt hätte. Ich hoffe, dass Ihnen der Petitionsausschuss des Landes Hessens hier weiterhelfen kann. Bitte richten Sie Herrn Roth meine Genesungswünsche aus.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
(Martina Swanson)

Wie ich in einem späteren Briefwechsel erfuhr, war das die Information, daß meine Petition beim Deutschen Bundestag abgelehnt worden war. Nach so vielen ermutigenden Hinweisen und Ratschlägen, besonders vom Bündnis 90/ Die Grünen, hatte ich dieses Schreiben nicht als eine solche Absage verstanden, die ich auch schlicht und ergreifend nicht verstehen kann!

Dann hatte mich Herr Staatsminister a.D. Gerhard Bökel mehrfach kontaktiert. Per Email und per Telefon riet er mir dringend, keine Emails mehr zu schreiben. Vielmehr wolle er selbst Kontakt zu verschiedenen Stellen und Personen aufnehmen. Er fragte, ob es mir denn nicht zu denken gäbe, daß so große Persönlichkeiten wie Gerhart Baum und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sich zwar so solidarisch äußerten, wohl aber persönlich gar nichts täten.

Dann reagierte die Evangelische Kirche doch noch. Bei meinen ersten Anfragen hatte man mir geantwortet, man kenne den Fall nicht und Hans Roth sei auch niemals ihr Religionslehrer gewesen. Nachdem ich aber immer wieder angefragt hatte, trafen folgende Email bei mir ein:
1.
Ursprüngliche Nachricht
Von: Krebs, Stephan [mailto:Stephan.Krebs@EKHN-KV.de]
Gesendet: Mittwoch, 27. Mai 2009 15:11
An: NadjaThelen-Khoder@web.de
Betreff: AW: Ihre Anfrage betr. Hans Roth
Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder,
danke für die Informationen über das Schicksal von Hans Roth.

Ich bin hier "nur" der Pressesprecher. Deshalb habe ich Ihre Mails an unsere Abteilung für den Religionsunterricht weitergeleitet und darum gebeten, die Erinnerung der Altvorderen und die Akten nach Informationen über die damaligen Vorgänge abzusuchen. Sofern wir etwas beisteuern können zur Aufarbeitung, werden wir dies sicher tun.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan Krebs
Pressesprecher

2.
Ursprüngliche Nachricht
Von: Krebs, Stephan [mailto:Stephan.Krebs@EKHN-KV.de]
Gesendet: Montag, 13. Juli 2009 00:58
An: Nadja Thelen-Khoder
Betreff: Abwesenheitsnotiz: Ihre Anfrage betr. Hans Roth
Sehr geehrte Damen und Herren,
bis zum 31. Juli 2009 bin ich im Urlaub. Dringende E-Mails werden an meine Urlaubsvertretung Herrn Dr. Joachim Schmidt weitergeleitet (joachim.schmidt@ekhnn-kv.de).

Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit und danke für Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan Krebs, Pressesprecher der EKHN

3.
Ursprüngliche Nachricht
Von: Krebs, Stephan [mailto:Stephan.Krebs@EKHN-KV.de]
Gesendet: Montag, 10. August 2009 16:51
An: NadjaThelen-Khoder@web.de
Betreff: AW: Ihre Anfrage betr. Hans Roth
Sehr geehrte Frau Thelen-Koder,

mitttlerweile hat Herr Krützfeld die Akten, die sich auf Herrn Roth beziehen, ausgewertet. Uns scheint es am besten zu sein, dass wir Ihnen das Ergebnis persönlich miteilen. Deshalb laden wir Sie ein zu uns zu kommen. Dafür schlagen wir folgende Termine vor: Montag, den 24. August, ab 16´30 oder Mittwoch, 26. August, zwischen 10´30 und13 Uhr. Eine Stunde für das Gespräch würde wahrscheinlich ausreichen.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan Krebs
Pressesprecher
EVANGELISCHE KIRCHE
IN HESSEN UND NASSAU
Kirchenverwaltung
Telefon: 06151 - 405 0 (Zentrale)
Telefon: 06151 - 405 504 (Durchwahl)
Mobil: 0173 - 328 68 36
Fax: 06151 - 405 441
Postanschrift
64276 Darmstadt
Lieferanschrift
Paulusplatz 1
64285 Darmstadt
<stephan.krebs@ekhn-kv.de>
<http://www.ekhn.de>

Nachdem Herr Roth also zunächst gar nicht bekannt war, gab es jetzt „Akten, die sich auf Herrn Roth beziehen“. Das erinnerte mich sehr an die Briefe des Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch! Ich überlegte sehr lange, ob ich dieser Einladung zu einem Gespräch folgen sollte, entschied mich aber dann, es nicht zu tun. Und diese meine Entscheidung begründe ich heute, auch gegenüber der EKD, folgendermaßen:

Ich bin nur ein kleines „Schüler-Menschlein“ (Hans Roth) und sehe mich außerstande, beurteilen zu können, wer was in dieser Angelegenheit tun kann. Meine Aufgabe kann lediglich darin bestehen, die damals und heute involvierten Institutionen und Personen immer wieder aufzufordern, sich nicht zufriedenzugeben mit einem „Menschen- und Sachverhalt“, der nicht nur für mich, sondern auch für so viele Andere unerträglich, weil für einen demokratischen und liberalen Rechtsstaat wie dem unsrigen sehr beschämend ist.
Deshalb bitte ich hiermit erneut auch die Evangelische Kirche darum, sich an meiner Petition beim Hessischen Landtag zu beteiligen (wenn es denn die beim Deutschen Bundestag nicht geben kann, was ich allerdings nicht verstehe, weil doch zumindest das Militär in die Zuständigkeit des Bundes fällt).
Dies will ich als Mensch erbitten, als Bürger fordern, dafür will ich werben und greife an die für mich unerträgliche Antwort bzw. Nicht-Antwort des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch in seinem Brief an mich vom 5. Januar 2009 (siehe Anlagen zu meiner Petition). Unerträglich deshalb, weil es nichts Ärgeres gibt in einer demokratischen Republik wie der unsrigen, als wenn Staat und Gesellschaft sich nicht an Recht und Gesetz halten. Und wenn solch wesentliche Grundwerte unserer Verfassung gebrochen werden wie Artikel 1, Artikel 3,3, Artikel 5,3 und Artikel 33, 1-3 unseres Grundgesetzes sowie das Verbot, die Bundeswehr im Innern einzusetzen, ist dies ein schweres Verbrechen dem Staat und allen seinen Bürgern gegenüber.
Ausdrücklich hinweisen will ich erneut auf die zahlreichen Veröffentlichungen in Presse und Rundfunk, fast immer zu Herrn Roths Gunsten. In meinem Nachtrag zur Petition, der auch im Netz steht, befindet sich ein Anhang, der viele Links zu Dokumentationen zum „Fall“ Roth enthält, die ihrerseits wiederum von Zeitungsartikeln nur so strotzen.

Ich kann mich einfach nicht mit dem jetzigen „Menschen- und Sachverhalt“ abfinden und rufe alle Bürger dieses Staates auf, sich an meiner Petition zu beteiligen.

Petitionstext zum Download: http://aljas.files.wordpress.com/2009/0 ... s_roth.pdf

Petitionstext zum Ansehen:
http://aljas.wordpress.com/2009/03/23/p ... hans-roth/

Die jeweiligen Adressen:
http://aljas.wordpress.com/2008/12/02/d ... comment-98

Nachtrag zur Petition:
http://aljas.files.wordpress.com/2008/1 ... chtrag.pdf

alle Dokumente unter:
http://aljas.wordpress.com/2008/12/02/d ... hans-roth/

Denn wie sagt Jesus Christus, der große jüdische Rabbi, den Christen und Muslimen als Propheten verehren: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder nicht getan habt, das habt Ihr auch mir nicht getan“ (Matth 25, 45).

Im voraus recht herzlichen Dank für Ihre Bemühungen und Ihr Verständnis!
Mit hoffnungsvollen Grüßen
Ihre
Nadja Thelen-Khoder
Nadjathelen-khoder@web.de


Und nun zur neuen

Erklärung von Hans Roth vom 23.9.2009:

>Erklärung für einen Petitionsausschuß:

Ich war einmal ein staatlich geprüfter „Extremist“. Der nie einer war, wie zuletzt mein Gegner vor dem Bundesverfassungsgericht einräumte: der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum (ARD, Report Mainz, 1.12.2008). Dem widerspricht niemand.
Wie kommt es zu diesem Widerspruch zwischen Erscheinung und Wesen? Wer steckt hinter der „Extremisten-Typisierung“, die mein Leben wendete?

Es ist gerichtlich geklärt und unwidersprochen, daß eine geheime Organisation der hessischen CDU, die – vermutlich aus schwarzen Kassen finanzierte – „Aktion 76“ ein entsprechendes falsches Dossier konstruierte; deren politischer Führer, der Abgeordnete W. Runtsch, zerrte mich auf dieser falschen Grundlage dann als „Extremist“ an die Öffentlichkeit, mit geheimen Anhörungen und verschiedenen Berufsverboten als Folgte. Gegen jenes Dossier habe ich geklagt – und nach einem „dreißigjährigen Krieg“ auf dem Rechtsweg gewonnen.

Der Bundespräsident Rau rehabilitierte mich schriftlich und lud mich ins Bundespräsidialamt ein. Dort informierte mich der Verfassungsexperte des Bundespräsidenten über telefonische Verhandlungen mit dem Ministerpräsidenten Koch und den entsprechenden Fach-Ministern: Nachdem Herr Koch anfangs versprochen hatte, das Recht zu achten, legte er dann gegenüber den Fach-Ministern, die sich bereit erklärten, mich umgehend einzustellen, sein Veto ein.

Der Verfassungsschutz-Präsident Lochte (CDU) bat mich um Verzeihung für das, was mir die „Aktion76“ angetan hatte – und gab mir eine schriftliche Unbedenklichkeits-Erklärung, einen geheimdienstlichen „Persilschein“. Die hessische CDU forderte – durch ihren Fraktionsvorsitzenden Milde – eine sofortige „Wiedereinsetzung in den Status quo ante“ vor der ersten „Extremist“-Typisierung.

Unter den vielen unwahren Behauptungen von Herrn Koch in seiner Diffamierungs-Kampagne nach der ARD-Fernsehsendung könnte sich eine wahre befinden: daß das mich betreffende Gerichts-Dossier aus den Archiven der Staatskanzlei verschwunden ist.

Hans Roth<

Bitte verbreiten Sie diese neue Erklärung von Herrn Roth möglichst weit, damit David und Goliath miteinander sprechen können.
Vielen herzlichen Dank!
Voller Hoffnung
Ihre
Nadja Thelen-Khoder
nadjathelen-khoder@web.de

Re: Gerechtigkeit für Hans Roth

Beitrag von Nadja Thelen-Khoder » 11.07.2009, 13:20

Sehr geehrte Damen und Herren!
Es ist mir ein dringendes Anliegen, bei der Aufarbeitung des „Falles“ behilflich zu sein, und dafür halte ich es für sehr wichtig, Öffentlichkeit herzustellen. Deshalb versuche ich, möglichst viele verschiedene Wege zu gehen, um Menschen zu erreichen.
Und so lege ich Ihnen jetzt auch folgende Links ans Herz, weil ich weiß, daß viele Menschen Interesse an diesem „Fall“ haben. Vielleicht können gerade Sie diese Links effektiv weitergeben und/oder sich anderweitig für Herrn Roth einsetzen? Im voraus recht herzlichen Dank für Ihre Bemühungen und Ihr Verständnis!
„Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist“, sagt ein arabisches Sprichwort, und „Möglich ist alles“ ein deutsches.
Und wie heißt es immer in den „Mit-mach“-Sendungen im Radio? „Diskutieren Sie mit! Sagen Sie uns Ihre Meinung!“ (Zugegeben: Mir sind Ideen und Informationen lieber als Meinungen!)
http://aljas.wordpress.com/2008/12/02/d ... hans-roth/
http://www.spiegelfechter.com/wordpress ... -zu-werden
http://www.swr.de/forum/read.php?2,34480,38184
http://heftklammer.wordpress.com/2009/0 ... #more-3827
http://forum.spiegel.de/showthread.php? ... ost3680921
http://www.vordertaunus.net/viewtopic.p ... 0&start=20
http://calwer-wildnis.blogspot.com/2009 ... ehrer.html
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3771
http://lernarchiv.bildung.hessen.de/sek ... 49205.html
http://www.bessereweltlinks.de/search.php
http://www.community.augsburger-allgeme ... essen.html
http://aureliane.blog.de/2008/12/02/bue ... e-5153279/

Möge es helfen!
Mit der Bitte um größtmögliche Verbreitung verbleibe ich
hoffnungsvoll
Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de

Re: Gerechtigkeit für Hans Roth

Beitrag von Nadja Thelen-Khoder » 05.07.2009, 19:40

Hans Roths neue Erklärung ist jetzt dankenswerterweise auch unter dem Link
http://heftklammer.files.wordpress.com/ ... i_2009.pdf
für jeden jederzeit verfügbar.
Mit der Bitte um größtmögliche Verbreitung sowie
mit freundlichen Grüßen verbleibe ich
hoffnungsvoll
Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de

Re: Gerechtigkeit für Hans Roth

Beitrag von Nadja Thelen-Khoder » 05.07.2009, 15:48

Sehr geehrte Damen und Herren!

Hans Roth hat mich gebeten, folgende Erklärung möglichst weit zu verbreiten. Das will ich hiermit tun und bitte Sie ebenfalls darum, auf daß der kleine David mit dem großen Goliath sprechen kann. Denn: „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ (Beginn des Johannes-Evangeliums) Um diese Kommunikation nach Kräften zu fördern, habe ich diese Erklärung auch als PDF formatiert; wenn man es an dieser Stelle verlinken könnte, wäre ich Ihnen sehr verbunden!
Möge es helfen!
Mit dankbaren und freundlichen Grüßen verbleibe ich
hoffnungsvoll
Ihre
Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de


Hans Roth

Erklärung in Richtung Kirche, zugleich neues Testament

Ich war zu sanft, zu diplomatisch. Ich hätte gleich sagen sollen: meine Kirche hat mich fürchterlich angegriffen, statt. Sie hat mich nicht verteidigt. Ich wollte ihr eine Chance geben, „das Licht der Welt“ zu erblicken (so nennt sie ja Jesus von Nazareth).
Meine Kirche hat mich auf die furchtbarste Weise angegriffen, die es für einen staatlich geprüften „Extremisten“ auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges geben konnte: sie hat dem staatlichen Verhör ein kirchliches folgen lassen; das war an meinem letzten Arbeitsplatz in Deutschland, in der Jugendfreizeitstätte in Limburg/ Lahn im Sommer 1978. Damals schnüffelte ein von seiner Hierarchie abkommandierter oberarmseliger Oberkirchenrat (der Name tut nichts zur Sache) in einem religiösen Gesinnungsverhör, das dem staatlichen glich wie ein Ei dem anderen, die Grundlagen meiner religiösen Identität aus, mit verheerenden Folgen für meine letzte Arbeit; sogar mein damaliger Dienstvorgesetzter, ein Richter und CDU-Mitglied, war entsetzt.
Ich weiß nicht, von wie vielen Sandkörner an man von einem „Haufen“ sprechen kann. Für mich gab es vom ersten Sandkorn des geheimen Verhörs mit dem Verbot, den erlernten Beruf auszuüben, über die klickende Kette von Ausstoßungen aller Art (die R. Girard in seiner kritischen Apologie des Christentums „Ich sah Satan vom Himmel fallen wie ein Blitz“ beschreibt) bis hin zum letzten Sandkorn des kirchlichen Verhörs , in dem ich die Kirche als Halleluja-Wagen am Staats-Zug erlebte, einen so großen Haufen von fanatischem Antikommunismus, das ich wußte: du mußt dieses Land, in dem es keine ethisch verpflichtenden Bindungen an Werte und Menschen mehr gab, verlassen. Es war meine Kirche, die mir den letzten deutlichen Hinweis auf eine Gesellschaft ohne Ligatur gab, die mich ins Exil nach Frankreich trieb. – Es ist vielleicht nicht überflüssig zu sagen, daß ich in den sich als demokratisch gebärdenden „Komitees gegen Berufsverbote“, die Berufsverbote im Osten gut fanden, nie heimisch werden konnte; dafür waren mir die Freunde in der DDR, die verboten waren, und die Freunde der „Charta 77“ in der CSSR, die im Gefängnis saßen, zu wichtig.
Der Sach- und Menschenverhalt meines kirchlichen Verhörs ist aber noch ernster, als es bisher scheint. Dazu zwei Bemerkungen, eine systematische und eine historische.
Jedes Verhör, ob ein staatliches oder ein kirchliches, ist eine Vergewaltigung der Seele; als einer, der beides erlebt hat, kann ich in beiden Angriffen auf Gewissens-, Scham- und Intim-Sphären keinen Unterschied erkennen. Wörterbücher nennen solche „wissentlichen“ Anfriffe „obszön“. – Als ich, mein erzdemokratisches Recht auf Umkehrbarkeit in Anspruch nehmend, meinen armen Oberkirchenrat fragte, wie denn s e i n „Gottesbegriff“ aussähe, da war ihm diese Frage sehr peinlich, so peinlich, daß nur noch aus ihm herausplatschte: „Ich bin es, der hier Fragen stellt.“
Dahinter steckt System. Ein System, das im Hochmittelalter als Embryo einer langen Tradition von Verhören, Verfolgen, Verbieten in die Welt gesetzt worden ist. In diesem System von Grausamkeit, das einst die römische Kirche schuf und dem zunächst die Katharer als „haeretici perfecti“ zum Opfer fielen (später dann „Juden“ und „Hexen“ und andere „Feinde“), spielt der staatlich geprüfte „Extremist“ des 20. Jahrhunderts dieselbe Rolle wie der kirchlich geprüfte „Häretiker“, „Ketzer“ des 13. Jahrhunderts; beide sind austauschbar. „Man muß immer wieder vergleichen; Vergleichen ist die wichtigste Tätigkeit der Seele“, heißt es bei Montesquieu; in diesem Sinne vergleiche man ruhig die Verhörprotokolle von „Extremisten“ und „Dissidenten“ des 20. Jahrhunderts mit denen der Inquisition in Montaillou; mehr darüber in meinem Buch „C’etait beau. Essais nomades“, Paris 2007.
Was historisch neu ist in dieser Litanei des Schreckens, in dieser empörenden Geschichte von Gewalt und immer wieder Gewalt, das ist, daß es nicht zu leugnende Fortschritte gibt, darunter den moralischen Horizont der Menschenrechte, darunter die Rechtsstaats-Verheißung. Um diese Fortschritte am Leben zu erhalten, bin ich auf einem Weg genagen, der „Rechtsweg“ heißt und den ich nicht bereue.
Dieser Weg hat 35 Jahre lang gedauert; das sind einhundert Weltumseglungen; das ist länger als der 1. Weltkrieg, die Weimarer Republik, das „Dritte Reich“ und der 2. Weltkrieg zusammengenommen. – Damit meine Kirche weiß, was sie heute tut oder nicht tut, nachdem sie vielleicht getan hat, was sie nicht sehr gut wußte, halte ich hier für sie zwischen zwei Krebsen (also „Folter“-Folgen nach den Kriterien des Internationalen Strafrechts-Tribunals) fest: zu meinen Erfolgen auf dem Rechtsweg, die vom Bundespräsidenten Rau schriftlich abgesegnet wurden, gehört u.a. die rechtskräftige Verurteilung von Staat u n d Gesellschaft, also auch der Kirche, zu „Wiedergutmachung“; wie Herr Rau den Hessischen Ministerpräsidenten telefonisch wissen ließ, bedeutet Nicht-Achtung des Rechts nach unserer Verfassung Verfassungsbruch. Und dies ist bekanntlich das schwerste Verbrechen, das die politische Demokratie kennt.
Am Ende sage ich testamentarisch jenen Troubadour-Satz, der mich religiös bindet: „Amarai donc es perdos.“ Was zu deutsch heißt: „Ich werde immer lieben, also immer vergeben.“ – Jesus von Nazareth, „das Licht der Welt“ meiner Kirche, hat irgendwann irgendwo etwas Ähnliches gesagt. Mit einem Hinweis auf Artikel 5 Absatz 3 GG verabschiede ich mich.

1. Juli 2009

Re: Gerechtigkeit für Hans Roth

Beitrag von Nadja Thelen-Khoder » 04.07.2009, 16:57

Sehr geehrte Damen und Herren!

Leider habe ich habe keine Ahnung von Petitionen und dem Verfahrensweg und muß mich also einfach darauf verlassen, daß Öffentlichkeit das Wichtigste in einer Demokratie ist! Zwar heißt es in den Petitionsbroschüren (die man sich aus dem Internet herunterladen kann), daß es keinerlei Unterschied mache, ob eine Petition von einem Einzelnen oder von vielen Menschen eingereicht werde - aber als Mensch versichere ich Ihnen, daß genau das nie gleichgültig ist! Vielmehr mache ich täglich die Erfahrung, daß das Gute immer davon lebt, für alle Menschen gültig zu sein, während das Böse immer auf Trennung und Vereinzelung setzt.
Mein Unverständnis in Bezug auf den „Fall“ Roth wächst von Tag zu Tag, aber eben auch meine Hoffnung auf eine „Lösung“. Denn das Schlechte siegt immer dann, wenn das Gute meint, es habe keinen Zweck mehr, etwas zu tun, und das Gute triumphiert immer, wenn das Gute sich nicht mit Schlechtem abfinden kann. Es entfalten sich immer wieder Kräfte, Ideen werden entwickelt, weil Menschen sich menschlich angesprochen fühlen und (wieder) zu Menschen werden (statt Funktionsträger zu sein oder Rollen zu spielen). Und mir geht es auch um diese „positiven Energien“, wie viele es nennen.
„Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist“, sagt ein altes arabisches Sprichwort - und Wunder können nur dann geschehen, wenn wir an sie glauben! Als Jesus zu dem Lahmen sagte, er solle aufstehen und gehen, stand der auf und ging, weil er Jesus geglaubt hatte - und das war das Wunder!
Wie Sie in den Petitionsbroschüren nachlesen können, gibt es verschiedene Arten von Petitionen. Möglich war am 19. März nur meine eigene für Herrn Roth. Aber es gibt eben auch die „Sammelpetition“, wenn viele Menschen zusammen die gleiche Petition einreichen. Genau für diese Möglichkeit steht mein Petitionstext zum Download im Internet zusammen mit den Adressen, an die jeder sie unterschrieben in einem frankierten Briefumschlag schicken kann. Eine Sammelpetition läuft dann weiter unter dem Namen des „Hauptpetenten“, der die „Mitpetenten“ über den Fortgang informieren soll. Eine solche „individuelle Benachrichtigung“ würde dann meinerseits über diesen und andere Blogs erfolgen.
Ob das wirklich etwas nützt, weiß ich nicht – aber ich hoffe und glaube es!
Jesus erzählte Gleichnisse, und ich erzähle Ihnen jetzt eine Geschichte:
>Es waren einmal Mäuse in einem Keller, und die Menschen, die im Hause wohnten, überlegten, was sie machen sollten.
„Wir müssen sie fangen“, sagten die einen. „Wir müssen die Türen schließen; dann können sie uns nicht entwischen.“
„Wir müssen Fallen aufstellen“, sagten andere. „Wir müssen die Türen schließen; dann werden die Mäuse in unsere Fallen tappen und getötet werden.“
„Wir müssen Sie vergiften“, sagten wieder andere. „Wir werden die Türen schließen und die Mäuse so zwingen, unseren vergifteten Käse zu fressen.“
Einer aber sagte: „Es ist nichts im Keller, von denen sich die Mäuse ernähren können. Wir müssen die Türen öffnen, dann werden sie gewiß von selber gehen.“<
Wie wird diese Geschichte wohl weitergehen? Was meinen Sie? Ich sage Ihnen, es gibt so viele Fortsetzungen dieser Geschichte, wie es Menschen gibt, und jeder wird sie anders weiter erzählen! Und um jeden einzelnen dieser Menschen ist es mir zu tun, genauso wie um Recht und Gesetz!
Denn die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt! Und der Staat sind wir alle!
Bitte beteiligen Sie sich an meiner Petition!
Mit freundlichen Grüßen
Nadja Thelen-Khoder

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