von Zauberin » 28.07.2010, 00:50
Nach der Obduktion der Toten steht nun fest, dass sie alle erdrückt worden sind und keiner durch die Folgen eines Sturzes verstorben ist. Der Duisburger OB sieht sich aufgrund dieser Erkenntnisse veranlasst, zu sagen, dass damit wohl bewiesen sei, dass das Unglück nicht am mangelnden Sicherheitskonzept gelegen habe.
Der gesunde Menschenverstand lässt diesbezüglich fragen: "Ja, woran denn sonst?"
Erst wollte man den verunglückten jungen Menschen unterstellen, dass sie insofern mindestens eine Teilschuld gehabt hätten, indem sie Treppen, Mauern und Böschungen hinauf geklettert - und dann abgestürzt und an diesen Folgen gestorben seien. Also - habe das nichts mit dem Sicherheitskonzept zu tun.
Nun ist bewiesen, dass sie erdrückt worden sind und eben nicht diejenigen zu Tode kamen, die gestürzt sind. Aber auch aufgrund dieser Erkenntnisse bezweifelt der OB sein offenbar mehr als fehlerhaftes Sicherheitskonzept nicht. Im Gegenteil. Egal welche Ursachen - am Sicherheitskonzept hat es nie gelegen. Mein Gott, wie arm...
Dieses Hin- und Herschieben der Verantwortlichkeiten ist unanständig, geschmacklos und ohne jegliches Rückgrat, wird aber sowieso nicht lange gut gehen. Durch die zahlreichen Handyaufnahmen ist der gesamte Vorgang bestens dokumentiert. Es wird ohnehin alles rauskommen.
Es ist schon klar, weshalb niemand klare Stellung bezieht und eindeutig sagt: "Ja, da habe ich/hat meine Behörde einen fatalen Fehler begangen, das haben wir völlig falsch eingeschätzt." Denn es geht hier nicht nur um rollende Köpfe und dahin schmelzende Posten, sondern natürlich auch um viel Geld. Schließlich sind neben den 20 Toten auch 500 Verletzte zu beklagen. Und da weist man angesichts massenhaft drohender Regressansprüche erst mal alle Schuld von sich.
Wird aber nichts nützen. Alles wird ermittelt werden. Zumal die Polizei, auf die nun auch gerne die Schuld geschoben wird, ein Interesse daran haben wird, alles en Detail aufzuklären. Insofern ist zu hoffen, dass diesbezüglich auch die Staatsanwaltschaft entsprechend mitmacht und kein "falscher" Druck auf sie ausgeübt wird. Gerade auch diesbezüglich können wir froh über die Macht der (seriösen) so oft gescholtenen Presse sein, die sich auch hier nicht einlullen lassen wird.
Letztlich geht es doch gar nicht darum, ob ein OB, ein Politiker, ein Polizeipräsident oder irgendjemand zurücktreten muss oder nicht und wie viel Geld eventuell gezahlt werden muss. Es geht allein darum, die Ursachen für dieses Unglück klar benennen zu können, damit so etwas nie wieder vorkommt.
Viele Grüße von der Zauberin